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Assistenzhunde bei medizinischen Notfällen

Aktualisiert: 13. März 2023




Einige Assistenzhunde assistieren Menschen, bei denen es zu verschiedensten medizinischen Notfällen kommen kann wie z.B. Ohnmachtsanfällen, Synkopen, Krampfanfällen, Lähmungsanfällen, Panikattacken, starken Dissoziationen, Herzrhythmusstörungen, Hypo-/Hyperglykämien u.v.m.


Aber was tun Assistenzhunde bei medizinischen Notfällen und wie soll ich mich verhalten, wenn ich sehe, dass eine Assistenznehmer*in einen medizinischen Notfall erleidet?


Viele Assistenzhunde sind dazu ausgebildet ihre Halter*innen vor drohenden Anfällen zu warnen - so können sich die Halter*innen hinsetzen und stürzen nicht plötzlich - damit werden oft Verletzungen vermieden. Zudem können sie evtl noch gegensteuern durch die Einnahme von Notfallmedikamenten, durch die Anwendung von Skills oder durch Hilfen die der Assistenzhund bietet. Im besten Fall kann dadurch ein Anfall vermieden werden.


Kommt es trotzdem zu einem Anfall jeglicher Art, gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Assistenzhunde helfen können:

  • Kontaktliegen - das hilft oft Betroffenen von Panikattacken oder dissoziativen Anfällen um sich zu beruhigen bzw schneller ins Hier und Jetzt zu kommen

  • Dabei liegen und abschirmen. Manche Assistenzhunde liegen neben ihren Halter*innen und es sieht so aus als würden sie "gar nichts" tun. Aber auch diese Hunde arbeiten - wenn der Assistenzhund z.B. vor seiner Halter*in liegt, schirmt er sie dadurch ab und bietet Sicherheit durch seine Anwesenheit. Zu wissen, dass der Hund bei einem ist, ist für viele Assistenznehmer*innen eine riesige Hilfe.

  • Andere Assistenzhunde schlecken ihre Halter*innen intensiv ab, stupsen sie an oder kratzen mit der Pfote. Auch dies geschieht mit dem Ziel die Betroffenen wieder zurückzuholen.

  • Manche Assistenzhunde bellen. Zum einen kann dies als Reiz für den Betroffenen dienen um wieder zurück zu kommen, aber es kann auch eine Möglichkeit des Hilfe holens sein um andere Passant*innen auf die Betroffene aufmerksam zu machen.

  • Es gibt auch Assistenzhunde, die mit der Notfalltasche ihrer Halter*in aktiv auf andere Menschen zugehen und sie ihnen geben. Darin sind wichtige Informationen zu finden wie man der Assistenznehmer*in helfen kann.



Wie kann ich als Passant*in helfen, wenn ich sehe, dass eine Assistenzhundehalter*in einen medizinischen Notfall erleidet?


Zuallererst natürlich hingehen, etwas Abstand halten und fragen, ob die Person Hilfe braucht (nicht schreien!). KEINESFALLS einfach die Person berühren oder rütteln! Das kann die Situation tatsächlich verschlimmern. Viele Assistenznehmer*innen die häufiger in medizinische Notsituationen kommen, tragen Notfalltaschen mit Informationen und Medikamenten bei sich. Diese können sich zum einen am Rucksack/Tasche der Betroffenen, an der Jacke/Hose oder an der Kenndecke bzw am Geschirr des Hundes befinden. Sollten sich die Notfallinfos an der Kenndecke des Hundes befinden, kann man den Hund bedenkenlos anfassen, um die Notfallinfos rauszuholen. Hier ein paar Beispiele:


Folgende Dinge können in den Notfalltaschen drinn sein:



Notfallinformationen (je nach dem für Ersthelfer, den Rettungsdienst, die Notaufnahme etc), Notfallmedikamente und sogenannte Skills (Gegenstände, mit denen sich die Betroffenen selbst beruhigen oder wieder ins Hier und Jetzt holen können).


Die Notfallinfos bitte UNBEDINGT lesen um nichts falsch zu machen. Darin stehen dann Handlungsanweisungen, was zu tun ist, was man nicht tun sollte, ob und wann der Rettungsdienst alarmiert werden muss und ob Notfallmedikamente verabreicht werden müssen. Bitte UNBEDINGT an die Anweisungen halten! Diese sind mit den zuständigen Behandlern abgesprochen und haben ihren Sinn und Zweck. Wenn dort steht, dass es nicht notwendig ist einen Rettungswagen zu rufen (außer die Person ist sichtlich verletzt), dann ist es auch wirklich nicht notwendig und man macht nichts falsch. Oft sind auch Notfallkontakte angegeben, die angerufen werden können, um sich rückzuversichern, ob man denn alles richtig macht. Wenn sich darin Skills wie z.B. Igelball oder Riechstäbchen befinden, wird darin auch beschrieben sein wie diese helfen können und wie man diese anwenden soll (z.B. "Knicken Sie das Riechstäbchen auf und halten Sie es mir kurz unter die Nase (max. 5 Sekunden). Sollte ich wieder ansprechbar sein, geben Sie mir bitte meinen Igelball in die Hand. Der hilft mir mich wieder zu spüren.")

Notfallmedikamente sollten nur dann und nur so verabreicht werden, wie es in den Notfallinformationen steht! Sollte man sich bei der Verabreichung unsicher sein, kann man auch da die Notfallkontakte kontaktieren und im Zweifel natürlich auch den Rettungsdienst rufen.


Grundsätzlich kann man diese Verhaltensregeln formulieren:


  • Den Assistenzhund NICHT von Halter*in trennen und diesen seinen Job machen lassen, egal, ob er "nur" daneben liegt, auf der Person draufliegt, die Person intensiv abschleckt etc.

  • NICHT sofort hinstürmen und eine mutmaßlich bewusstlose Person rütteln.

  • Ausschau nach Notfalltaschen halten, an Rucksäcken, Taschen oder auch an der Kenndecke oder am Geschirr des Assistenzhundes.

  • UNBEDINGT an vorhandene Notfallinfos halten!!!

  • Bei Unsicherheiten Notfallkontakte kontaktieren.

  • Sollten keine Notfallinfos dabei und die Person nicht ansprechbar sein, natürlich immer den Rettungsdienst rufen!

  • Sollte man sich irgendwie unsicher sein oder mit der Situation überfordert sein, könnt ihr natürlich im Zweifel immer den Rettungsdienst verständigen.


Wir Assistenzhundehalter*innen sind euch sehr dankbar, wenn ihr diese Tipps beherzigt.






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